1. Kompanie des SV Kallenbrock

Nachdem in den Fünfziger Jahren die Schützenfeste noch auf dem Hof Brammer stattfanden und man das Bier, wenn es denn sein sollte, aus Milchkannendeckeln trank, errichteten die Schützenbrüder 1954 das Schützenhaus. Ein reger Zuspruch von Schützenbrüdern aus den umliegenden Ortschaften Stadensen,Nettelkamp,Hamborg,Nienwohlde und Kallenbrock sowie vereinzelt interressierte Schützen aus Wrestedt ließen ein reges Schützenwesen in den fünfziger und sechziger Jahren entstehen. Auch stellte sich bald heraus, dass die Wrestedter Schützenbrüder Helmut Kutritzki, Helmut Drießelmann und Kurt Rogge eine gewisse Geschäftstüchtigkeit mitbrachten, denn sie lieferten die Spirituosen und sorgten in den sechziger Jahren auch für den Ausschank im Verein. Der kreative Geist eines Helmut Kutritzki´s sorgte für den Beitritt von weiteren Schützen aus Wrestedt. Zu dieser Zeit führte der Verein ca. 50 Mitglieder, so daß man nun über die Gründung der 1.und 2. Kp nachdachte. Jedem Schützen war es freigestellt, welcheiner Kp er sich anschließen wollte. Da es in den Dörfern gewachsene Strukturen gab (Realgemeindeverbände, Jagdgenossenschaften) und der Ein- oder Andere mit etwas Argwohn auf die neuen Wrestedter blickte, entschieden sich die meisten für die Kp, in der sie ihre Bekanntschaften hatten. So ergab es sich, das im wesentlichen die oben aufgeführten, südlich von Wrestedt gelegenen Orte , die erste Kompanie stärkten. Auch soll es gewisse Strömungen im Verein gegeben haben, den Schützenverein nach Wrestedt zu verlegen. Dieses stieß aber auf erhebliche Gegenwehr bei den Mitgliedern der anderen Orte, so dass man diese Bemühungen letztendlich einstellte. Am 1.6.1972 fand im Gasthaus Schulz in Stadensen die konstituierende Sitzung der 1. Kompanie statt – hierzu hatten sich 24 Schützenbrüder eingefunden. Der zuvor vom Schützenverein gewählte 1.Kp – Chef Johannes Schulenburg hatte hierzu eingeladen. Die Wahl eines Hauptwachtmeisters (Willi Stahlbohm), eines Oberrottmeisters (Gerhard Hüners), sowie zwei Rottmeister (Hermann Brammer u. Otto Oetzmann) und eines Schießwartes (Helmut Heuer – Jungemann) standen auf der Tagesordnung. Weiterhin wurde beschlossen, ein hellgrünes Hemd mit Schulterstücken zutragen und eine Krawatte mit Schützenemblem.Aus Mangel an Gewehrträgern lehnte die Kompanie die Gewehrgruppe ab. Auch wurde das Anlegen einer Kompaniekasse beschlossen, die zunächst von Erich Ernst geführt wurde. Der Monatsbeitrag wurde auf 1 DM festgelegt. Stellt die erste Kompanie den König, so soll eine Sonderumlage von 10 DM je Schütze erhoben werden, die dem König zu gute kommen soll. Weiterhin wurde beschlossen alle Veranstaltungen in Uniform abzuhalten. Am 20. Februar 1974 stellte Kp – Chef Schulenburg aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten zur Verfügung. In Abwesenheit wurde Gerhard Hüners zum Nachfolger gewählt. Im Sommer des Jahres wurde auf einer Kp-Versammlung eine Wanderkette für den Kp-Meister beschlossen, auch sollte jährlich ein Preisschießen ausgetragen werden.Unentschuldigtes Fehlen wurde mit 3 DM für die Kompaniekasse geahndet. Schlichtend wirkte der Kommandeur Helmut Heuer während einer Kompanieversammlung auf die Schützenbrüder der „Ersten“ ein, denn es hatte sich eine gewisse Rivalität zwischen den Kp entwickelt- nahm doch das Kompanieleben so ganz allmählich fahrtauf! Die erste Kompaniemeisterschaft errang 1976 kein geringerer als der Kommandeur Helmut Heuer. 1978 regte Helmut Kutritzki ,auf der Kompanieversammlung, eine Mitgliederwerbung an. Interressierte sollten sich alleine melden, war der Tenor der Versammlung. Unabhängig vom Versammlungsbeschluß gingen Gerhard Hüners und Helmut Kutritzki in Stadensen auf Mitglieder Werbung . Sie gingen nahezu von Haus zu Haus und konnten am Ende der Aktion auf 15 geworbene Mitglieder zurückblicken. Der 1985 ersmalig veranstaltete Kp-Frühschoppen gilt bis heute als Highliht im Veranstaltungskalender der „Ersten“. Zahlreiche Gäste verbringen hier ,gegen eine finanzielle Umlage,im Rahmen der Schützen ein paar gesellige Stunden bei gegrilltem und guten Getränke . Auch der Schießsport kommt hier nicht zu kurz, denn neben Gästeorden und Wanderscheibe werden Wildpreise ausgeschossen.Musikalisch wird die Veranstaltung durch den Spielmannzug begleitet und läßt den Tag so zu einer runden Sache werden. Während der Kompaniemeisterscht 1986 wurden, in einem parallel laufendem Preisschießen, Wild und Karpfenpreise ausgeschossen. Großen Anklang fand das hieraus entstandene Abfischen an den Nienwohlder Teichen. Glühwein, am Feuer frisch gebraten Speckbrote, Bockwürste u. a. sowie die ersten Silvesterknaller ließen unterhaltsame Nachmittage entstehen, die dann in der Nienwohlder Gaststätte (bei Hilde) einen oft stimmungsvollen Ausklang fanden. Als 1990 G.Hüners sein Amt nach 17 Jahren niederlegte folgte der Stadenser Tischlermeister Heinz Müller und war für 14 Jahre Vorsitzender der Kompanie . Zahlreiche Kompanieausflüge vielen in die Regentschaft des 3. Kp.- Chefs – Schweriner Schloß, Müritzsee, Fischmarkt und ein Besuch der Herrenhäuser Gärten seien hier stellvertretend genannt . Eine Anfrage der 2.Kp( 1994) die Kompaniemeisterschaften gemeinsam auszutragen, wurde zunächst abgelehnt, blickte man zu dieser Zeit doch noch auf ein gut funktionierendes Kp-Leben zurück. Aber 12 Jahre später mußte man auch in der Ersten erkennen, das fehlender Nachwuchs zu geringerer Beteiligung bei den Veranstaltung führt, so dass man im Jahr 2006 erstmalig mit der Zweiten Kp die gemeinsamenMeisterschaften austrug. Der vierte Kompaniechef wurde im Jahre 2005 gewählt. Hier entschied man sich für den Spieß der vergangenen 27 Jahre Heinrich Bombeck , der zugleich auch der schießsportliche Leiter des Vereins war. Durch einen tragischen Verkehrsunfall ist es dem Kp-Chef leider nicht möglich seine Funktionen auszuüben, so daß sein Stellv.- Rottmeister Bernd Hüners- die Geschicke der Kompanie leitet.

Text/ Quelle : Bernd Hüners, Otto Heitsch, Gerhard Hüners, Hermann Schulze, sen., Hermann Moritz, sen.

   
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